Interconnected Society – Interconnected Law? Karin Höffler zum Strafrecht in der vernetzten Welt





Prof. Dr. Katrin Höffler, Universität Göttingen, spricht über „Interconnected Society – Interconnected Law?“ Der Vortag gehört zu dem Netzwerk-Projekt Criminal Law Discourse of the Interconnected Society (CLaDIS). CLaDIS untersucht neue Herausforderungen im Bereich Terrorismus, Wirtschaftsstrafrecht und Human Rights Compliance, Migration und Menschenhandel und Internetstrafrecht.

Kann eine veränderte Rechtswirklichkeit in Form der tatsächlichen Vernetzung der Welt dazu führen, dass als Bewältigungsstrategie ein neues Strafrecht bzw. eine neue Strafrechtswissenschaft angezeigt sind? Klar ist, dass eine soziologisch externe Deskriptionsperspektive nicht linear in eine interne Legitimationsperspektive für neue Strafnormen übertragen werden kann. Und dennoch kann eine solch externe Perspektive auf das Recht aufschlussreich sein gerade auch für juridische Wertungen im System der Kriminalitätskontrolle. Das Rhizom als Modell wird auf den Bereich des Strafrechts übertragen und auf seine Brauchbarkeit untersucht.

Die globale Vernetzung –digital, ökonomisch, ökologisch – beeinflusst das Recht in grundsätzlicher Weise. Es entstehen neue Probleme, die in ihrer Komplexität Forschungsfragen aufwerfen, die die Einzelforschung nicht erfasst. Daher erfordern die Bearbeitung der neuen Kriminalitätsphänomene sowie deren Bekämpfung ein koordiniertes Zusammenarbeiten in einem Forschungsnetzwerk. Das Netzwerk-Projekt Criminal Law Discourse of the Interconnected Society (CLaDIS) möchte diese Einflüsse einer vernetzten Welt grundlagenorientiert aus strafrechtlicher Perspektive untersuchen. Durch einen Zusammenschluss in diesem Feld können enorme, gesellschaftspolitisch auch dringend benötigte Fortschritte erzielt werden. In CLaDIS werden in Anknüpfung an aktuelle gesellschaftliche Debatten isoliert existierende Forschungsansätze zusammengeführt, vernetzt und konzentriert fortentwickelt.

Die Tagung fand am 22. November 2019 in Göttingen statt. Veranstalter war der Lehrstuhl für Strafrecht und Kriminologie von Frau Prof. Dr. Katrin Höffler. Gefördert wurde die Tagung durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Die weiteren Beiträge zu den Themen „Terrorismus“, „Wirtschaftsstrafrecht und Human Rights Comliance“, „Migration und Menschenhandel“ sowie „Internetstrafrecht“ erscheinen ebenfalls auf dem YouTube-Kanal der Uni Göttingen. Wir wünschen Ihnen viel Freude mit CLaDIS.

Sie erreichen den Veranstalter unter [email protected]
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter https://www.uni-goettingen.de/de/cladis/587246.html

Kriminologie